Sie sind hier: Startseite Team Direktorin des Medizinhistorischen Instituts

Direktorin des Medizinhistorischen Instituts



Gadebusch Bondio
 

Prof. Dr. phil. Dr. rer. med. habil. Mariacarla Gadebusch Bondio

Mariacarla Gadebusch Bondio ist Philosophin und Medizinhistorikerin. Seit Februar 2017 leitet sie das Medizinhistorische Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Kontakt

Universitätsklinikum Bonn
Medizinhistorisches Institut
Sigmund-Freud-Str. 25 / Gebäude 44
53127 Bonn

Tel:  +49 (0) 228 287-15000 oder -15001 (Sekretariat)
Fax: +49 (0) 228 287-15006
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Vita

​Aktuelle Lehrveranstaltungen

Publikationen

 

Forschungsschwerpunkte

Meine wissenschaftliche Arbeit gilt der historischen Perspektivierung kulturell und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in der Medizin. Dazu zählen die Grenzen des medizinisch und technisch Machbaren und der Umgang mit Norm und Abweichung im wissenschaftlichen Diskurs. Wissenserzeugung und unsicheres Wissen in der Medizin (Prädiktion, Wahrhaftigkeit, Evidenzpraktiken, Fehlbarkeit usw.) gehören zu den von mir diachron und synchron erforschten Problemfeldern. Die sich verändernden Konzepte von Gesundheit und Krankheit durch die „4P-Medizin“ (d.h. personalisierte, prädiktive, präventive und partizipative Medizin) stellen einen weiteren Aspekt meiner Forschung dar. In der Medizinethik richten sich meine neueren Untersuchungen auf die illness narratives als Zeugnisse des erlebten Krankseins und als Zugänge zur Patientenperspektive. Geschlechterspezifische und altersbedingte Vorstellungen von Pflegebedürftigkeit und Abhängigkeit erforsche ich am Beispiel der antizipatorischen Vorkehrungen über die finale Lebensphase.

Arbeits- und Publikationsschwerpunkte

Kultur und Philosophie der Medizin –  Verständnis von Gesundheit und Krankheit angesichts „individualisierender“ Bestrebungen in der Medizin (longue durée); erkenntnistheoretische und handlungsleitende Dimensionen unsicheren Wissens in der Medizin (20.-21. Jh.); medizinische Fehlbarkeitskultur (longue durée); medizinische Ästhetik von der Antike bis zur frühen Neuzeit; Anatomie und Präparierpraxis in kulturhistorischer und epistemologischer Perspektive; Kulturgeschichte des Blutes; Kulturgeschichte der Hand; Norm und Abweichung in medizinisch-anthropologischen Körpermodellen und Menschentypologien im 16.-21. Jahrhundert.

Ethik und Ethikgeschichte – Prädiktive Verfahren und Radikalisierung der Präventionspraktiken in der Personalisierten Medizin; partizipative Bestrebungen in der medizinischen Forschung; Genese und Entwicklung medizinischer Ethik; Modelle der Tradierung ärztlicher Haltungen (Tugendethik, Exempla-Tradition); Definition und Pathologisierung der Abweichung unter geschlechterspezifischen Perspektiven; illness narratives – autobiographische Patientenberichte; prospektive Autonomie und Care Ethics.

Formen des Wissenstransfers –  Strategien zur Vermittlung von medizinischer Erkenntnis und von ärztlichen Leitwerten in der vormodernen Medizin; medizinische Utopien und Optimierung der menschlichen Natur; Medizin zwischen Realität und Fiktion; Evidenz-Generierung und Evidenz-Praktiken in der digitalen Medizin.

 

Artikelaktionen